Katzen erreichen mühelos, was uns Menschen versagt bleibt – durchs Leben zu gehen, ohne Lärm zu machen.
(Ernest Hemingway)
Katzen lieben Menschen viel mehr, als sie zugeben wollen, aber sie besitzen so viel Weisheit, dass sie es für sich behalten.
(Mary E. Wilkins Freeman)
Katzen sitzen immer an der falschen Seite einer Tür. Lässt man sie raus, wollen sie rein – lässt man sie rein, wollen sie raus.
(Yolanda)
Hunde kommen, wenn sie gerufen werden. Katzen nehmen die Mitteilung zur Kenntnis und kommen gelegentlich darauf zurück.
(Mary Bly)
Katzen wurden in die Welt gesetzt um das Dogma zu widerlegen, alle Dinge seien geschaffen um den Menschen zu dienen.
(Paul Gray)
Wer eine Katze hat, braucht das Alleinsein nicht zu Fürchten.
(Daniel Defoe)
Jede Katze der es misslungen ist eine Maus zu erwischen, gibt vor, sie wäre nach einem welken Blatt gesprungen.
(Charlotte Gray)
„Sie ist ganz unglücklich, Peluche.”
„Ist sie. Na und? Hab ich nicht die alte Wachtel gekratzt? Hab ich nicht Radau gemacht, damit die anderen wach werden?”
„Hast du, und das war ganz wundervoll, Maj… Peluche. Aber jetzt ist sie traurig.”
„Da kann ich nichts machen.”
„Doch, das kannst du auch. Sie war doch auch nett zur dir. Ich meine, als du das fiese Zeug geschluckt hast.”
„Mhm.”
„Und auch sonst, Peluche. Sie schimpft nie. Und sie tritt nicht. Und sie macht leckeres Futter. Und sie hat eine Tür für dich gebaut. Und alles.”
„Mhm.”
„Und sogar Bratwurst gemacht.”
„Ist ja schon gut, ist ja schon gut.”
„Du könntest sie einschnurren. Das heilt, weißt du doch. Das hilft nicht nur bei uns Katzen.”
„Ich schnurre nicht für Menschen.”
„Gut, wie du willst. Dann schnurre ich alleine. Ist nur nicht so laut, weil ich doch keine richtige Stimme mehr habe.”
…
Peluche betrachtete ihre zusammengesunkene Dienerin und dann Plunder, der sich ihr auf leisen Pfoten näherte. Sie fasste einen Entschluss, einen tiergreifenden, die Welt bewegenden Entschluss. „Was muss ich machen, Plunder?”
Erfreut sah der fusselige kleine Kater auf.
„Ist ganz einfach. Du sammelst deine Kräfte. Aber nicht die am Rücken, die groß und stark machen, sondern die anderen, die heil machen. Die sitzen da, wo unter deiner linken Vorderpfote in der Brust der Klopfer ist. Dann wird das ganz warm, und das Warme leitest du durch deine Kehle und durch deine Augen.”
„Gut, ich versuche es.”
Peluche schlich sich an Ginger heran, schloss kurz die Lider und sammelte das, was sie glaubte sammeln zu müssen. Und wie seltsam! Eine Flut von Frieden und Trost stieg auf, Fürsorglich und Sanftheit machte sich in ihr breit. Als sie die Augen öffnete, gesellte sich das Schnurren dazu. Nachdrücklich setzte sie eine Pfote auf das Menschenknie.
Ginger seufzte unglücklich.
Peluche setzte die Pfote auf ihr Bein. Das Gesicht ihrer treuen Dienerin wirkte unglücklich und gequält. Das durfte nicht so bleiben, Trauer und Qual musste man ihr wegputzen!
Sie kletterte höher, rechte den Hals und berührte mir der Zunge die Augenbraue, die wie eine rote Raupe auf der Stirn lag. Dann begann sie sorgfältig und unter anhaltendem Geschnurre das Menschengesicht zu putzen. Plunder hingegen war auf Gingers Schoß gekrochen und hatte sich unter ihren Händen zusammengerollt, damit sie sich an ihm festhalten konnte.
Aus den Tiefen meines Unglücks heraus bemerkte ich, das jemand über meine Augenbrauen schrappte. Gleichzeitig wickelten sich ein paar samtige Pfoten um meine linke Hand.
Und ein lautes Schnurren umhüllte mich förmlich.
Das war nicht Plunder, denn der konnte nicht schnurren, der arme Kerl. Ich öffnete die Augen und hob den Kopf. Das Schrappen hörte auf, und ich blickte in zwei klargrüne Augen, die mir aus einem königlichen, roten Gesicht entgegen leuchteten. Nicht arrogant und abschätzig, sondern – und hier begann das Wunder – voller Zärtlichkeit und tiefer, inniger Mütterlichkeit.
Peluche?”, krächzte ich heiser.
„Rrrrmmm.”
Sie schmiegt sich an mich, und ich stützte sie mit meiner freien Rechten. Ihre Pfoten legte sie mir und den Hals und rieb ihren Kopf an meinem Kinn.
Die schwarze Wolke der Verzweiflung lichtete sich, die harten Knoten aus Unglück und Mutlosigkeit lösten sich auf, das Gefühl von Resignation und Elend verflüchtige sich.
„Ich habe euch beide, Pelusche und Plunder. Ich habe euch so lieb, ihr wundervollen Katzen. Ohne euch wäre alles noch viel, viel schlimmer gekommen”, murmelte ich in das rote Fell der sanften Königin.
„Rrrrmmm!” Sie reckte mir ihre hübsche bräunliche Nase entgegen und berührte meine. Ein Katzenküsschen, der größte Beweis der Zuneigung. Mir rollten die Tränen über die Wange, und auch die wurden sorgfältig weggeleckt.
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Auszug aus „Weihnachten mit Plüsch und Plunder” von Andrea Schacht
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