Für alle, die sich bisher nicht mit dem Thema „Katzenfutter” beschäftigt haben und/oder „Katzenanfänger” sind, haben wir ein paar wichtige Begriffe zusammengestellt und hoffen so ein bisschen Klarheit in den „Futtermitteldschungel” zu bringen.
Was steht auf den Dosen bzw. Trockenfuttersäcken?
Auf den Futteretiketten der verschiedenen Hersteller finden wir folgende Informationen:
Name und Anschrift des Herstellers oder des Verantwortlichen, Mengenangabe, Inhaltsstoffe (garantierte Analyse), Fütterungsempfehlung, Zusammensetzung (nach Gewicht geordnet) und die Zusatzstoffe.
Garantierte Analyse:
Die garantierte Analyse umfasst die Minimumgehalte an Rohprotein und Rohfett und die Maximumgehalte an Rohfaser, Rohasche und Feuchtigkeit.
Rohprotein:
Rohprotein umfasst alle im Futter vorhandenen Eiweiße (Proteine). Proteine können pflanzlicher und tierischer Herkunft sein und sind aus vielen einzelnen Aminosäuren zusammengesetzt. Katzen (wie auch Hunde) sind Fleischfresser und können tierisches Protein weit besser verwerten als pflanzliches Protein. Für Katzen gut verwertbares tierisches Protein ist z.B. im Muskelfleisch von Geflügel, Wild und Rind enthalten. Das pflanzliche Protein, das von Katzen wesentlich schlechter verwertet werden kann, kommt z.B. in Weizen, Mais und Soja vor. Der Rohproteinanteil auf dem Futteretikett gibt uns leider keinen Hinweis auf die Herkunft des Proteins bzw. auf die Verwertbarkeit.
Da Katzen (Ausnahme Katzen mit Nierenproblemen) proteinreiches Futter benötigen, sollte der Proteingehalt des Futters mindestens bei ca. 30% liegen (erwachsene Katzen) und hauptsächlich tierischen Ursprungs sein – Zusammensetzung beachten!
Rohfett:
Der Rohfettgehalt gibt die Gesamtmenge aller tierischen und pflanzlichen Fette und Öle im Futter wieder. Für Katzen (wie auch Hunde) gilt im Allgemeinen, dass tierisches Fett besser als pflanzliches Fett verwertet wird. Es gibt jedoch auch einige pflanzliche Fette die im richtigen Verhältnis für die Ernährung der Katze geeignet sind, hierzu zählen z.B. Sonnenblumenöl, Olivenöl, Traubenkernöl, Flachsöl und Reiskleiöl. Der Rohfettanteil auf dem Futteretikett gibt uns leider keinen Hinweis auf die Herkunft des Fettes bzw. auf die Verwertbarkeit. Lt. AAFCO–Standard muss der Fettgehalt mindestens bei 9% liegen (Trockensubstanz).
Rohfaser (Ballaststoffe/Kohlenhydrate)
Rohfaser bezeichnet im Katzenfutter die pflanzlichen Fasern. Da zu einem kleinen Anteil auch die natürliche Nahrung der Katzen (Mäuse etc.) aus Ballaststoffen besteht, sollte auch die „Fertignahrung” einen geringen Anteil erhalten. Die Ballaststoffe sorgen bei Katzen für eine gesunde Verdauung. Ein schlechtes Futter erkennt man u.a. an einem zu hohen Rohfasergehalt, hier wurde die Rohfaser als Füllstoff verwendet um ein billigeres Futter produzieren zu können. Ein zu hoher Gehalt an Rohfasern vermindert die Verwertung von lebenswichtigen Stoffen.
Rohasche:
Unter Rohasche versteht man alle Rückstände die entstehen, wenn man Futter bei 550°C verbrennt.
Das können alle anorganischen Bestandteile (Mineralien und Spurenelemente) sein. Ein optimaler Rohascheanteil liegt ca. zwischen 4 und 7 Prozent.
Feuchtigkeit:
Da die Katze von Natur aus ein „Wüstentier” ist, zieht sie den größten Teil ihres Flüssigkeitsbedarfs aus der Nahrung. Um einer artgerechten Ernährung möglichst Nahe zu kommen sollte der Feuchtigkeitsgehalt des Futters ca. bei 75% liegen. (Ein Feuchtigkeitsgehalt unter 14% muss nicht angegeben werden)
Fazit: Anhand der garantierten Analyse können wir noch nicht beurteilen, wie gut oder wie schlecht ein Futter ist. Um dies bewerten zu können, müssen wir uns noch die anderen Angaben auf dem Etikett anschauen bzw. bei ungenauen Angaben auch beim Hersteller direkt nachfragen (schriftlich bestätigen lassen).
Fütterungsempfehlung:
Die Fütterungsempfehlung bezieht sich in der Regel auf eine durchschnittlich schwere Katze mit 4kg.
Bei einem guten Nassfutter liegt die Fütterungsempfehlung ca. bei 200g/Tag und bei einem hochwertigen Trockenfutter bei ca. 60 g/Tag. Eine wesentlich höhere Fütterungsempfehlung weist auf ein minderwertiges Futter hin, hier muss die Katze um ihren Nährstoffbedarf zu decken wesentlich mehr Futter zu sich nehmen.
Zusammensetzung (siehe auch Zutaten)
Auf den Futteretiketten sind die einzelnen „Zutaten” nach Gewicht geordnet aufgeführt. Die Zutat, die als erste abgedruckt ist, ist am meisten enthalten. Bei gutem Katzenfutter sollte dies Fleisch sein z.B. Hühnerfleisch, Putenfleisch etc. oder im Trockenfutter Hühnerfleischmehl, Putenfleischmehl etc. Lt. Futtermittelverordnung dürfen die Hersteller jedoch verschiedenen Formen eines Inhaltsstoffes getrennt aufführen, so kann z.B. in einem Futter mit folgender Zusammensetzung mehr Mais als Fleisch enthalten, obwohl Hühnerfleisch als erstes auf dem Etikett steht, da die einzelnen Komponenten zusammengezählt werden müssen.
Zusammensetzung: Geflügelmehl, Maisfuttermehl, Geflügelfett, Reis, Mais, Maisglutenfutter, Geflügelleber getrocknet, Maiskleie usw.
Hochwertiges Futter kann man (in den meisten Fällen) an einer sehr genauen Zusammensetzung erkennen. Bei Gruppenbezeichnung wie z.B. tierische Nebenerzeugnisse, sollte man unbedingt beim Hersteller schriftlich nachfragen, welche Nebenerzeugnisse verwendet werden.
Zusatzstoffe (siehe auch Zutaten):
Zusatzstoffe im Katzenfutter können z.B. Vitamine und Mineralstoffe aber auch Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Aromastoffe, Antioxidantien etc. sein. Sobald auf einen Futter der Begriff EWG–Zusatzstoffe, EG–Zusatzstoff oder EU–Zusatzstoff aufgedruckt ist, sollte man beim Hersteller nachfragen (schriftlich), welcher Zusatzstoff verwenden worden ist, da teilweise hochgradig gesundheitsgefährdete Stoffe eingesetzt werden z.B. (Butylhydroxyanisol) BHA (E 320), Butylhydroxytoluol (E 321) und Propylgallat (E 310). Eine Beschreibung der Zusatzstoffe ist im Internet z.B. unter www.zusatzstoffe–online.de zu finden.
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